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Spair Air – Der Trug hinter der Sicherheit

~5 Min. Lesezeit

Als Taucher werde ich immer wieder auf die Spare Air angesprochen, welche für wenig Geld viel Sicherheit und Verngügen verspricht. Leider sind damit grosse Gefahren verbunden, worüber ich gerne schreiben möchte.

Die Spare Air ist eine kleine handliche Druckflasche die mit Luft gefüllt werden kann zum tauchen. diese kann einfach mit einer Handpumpe befüllt werden und man kann erneut Tauchen.

Versprechen tut sie einiges. Hier zum Beispiel ein Vergleich zu anderen Lösungen:

  • Auch eine Ponyflasche kann ich problemlos an einen anderen Taucher abgeben. Pony = 1 Anschluss und hängt nicht fest an dem Equipment. Warum auch immer dies nicht „übergeben“ werden kann.
  • Damit zu Reisen macht kein Sinn. An jeder Reisedestination liegen Ponyflaschen vor und können ausgeliehen werden (mit der entsprechenden Ausbildung).

Weniger Sicherheit im Vergleich

It is NOT buddy breathing. We must be honest. How easy would it be to take your air supply out of your mouth at 100 feet and give it to a panic-stricken, adrenaline-crazed „buddy“ you just met on the dive boat?

100 feet sind 30.48 Meter. Man spricht hier also von einem Notfall wo man die Spare Air besser brauchen könnte, da man diese auch seinem Buddy übergeben kann. Ich wüsste zwar nicht, warum dies jedoch nicht mit einer Pony geht, ist mir unbekannt. Ponyflasche ist auch kein Buddy Breathing…

Bei Spare Air wird einfach von 1,5 Litern pro Atemzug gesprochen. Das ist richtig und erscheint bei der Kapazität von 85 Litern als klein. Wie oft wird jedoch ein und ausgeatmet pro Minute? Normal rechnet man mit 25 Liter / Minuten Atemvolumen. Beim „Werbetext“ redet Spare Air jedoch von einer Person in Panik. Dennoch, rechnen wir mal mit 25 Litern / Minute.

30 Meter Wassertiefe entspricht einem Druck von 4 Bar * 25 Liter / Minute =100 Liter Luft / Minute die man zum Atmen benötigt. Die Spare Air hat gerademal 85 Liter Luft und wir benötigen pro Minute 100 Liter Luft in der Tiefe!

Es gibt im Notfall 2 Situationen aus dem Wasser zu kommen:

  • Schwimmender Notaufstieg
    Hierbei wirft man das Blei ab und Atmet immer aus, bis man oben ist, so schnell wie möglich, aber nicht über 8m/s. Ohne Sicherheitsstopp. Druckkammer lässt grüssen wenn man auf 30 Metern war. Selbst wenn dieser korrekt durchgeführt wird, existiert ein hohes Risiko für einen Lungenriss.
  • Kontrollierter Notaufstieg
    Hierbei wird der Sicherheitsstopp eingehalten, genauso wie die Aufstiegsgeschwindigkeit von 10 Meter / Minute.

Mit der Spare Air kann also kein kontrollierten Notaufstieg durchgeführt werden, da 3 Minuten Sicherheitsstopp und mind. 3 Minuten Aufstiegszeit = 6 Minuten nicht eingehalten werden können.

Sagen wir mal, der Notfall tritt auf. Zum normalen Auftauchen benötigt man:

Zeit Durchschnittsdruck Was passiert Luftverbrauch
30 Sekunden 4 bar Notfall tritt auf, wir wechseln auf die Spare Air und beginnen mit dem Aufstieg. Trotz Notfall hat man kein erhöhten Puls und schafft es das Atemvolumen / Minute auf 10 AMV zu halten, was sehr niedrig ist. 16 Liter
2:30 Minuten 2.75 bar Wir steigen mit der empfohlenen maximalen Geschwindigkeit von 10 Metern / Minute auf. 55 Liter
3 Minuten 1.5 bar Wir führen den Sicherheitsstopp auf 5 Meter Wassertiefe durch. 36 Liter
30 Sekunden 1.25 bar Wir stauchen mit der empfohlenen maximalen Geschwindigkeit von 10 Metern / Minute auf. 5 Liter

Trotz einem enorm niedrigen Atemvolumen / Minute von 10, benötigen wir für einen sicheren Aufstieg 112 Liter Luft, was 17 Atemzüge zuwenig sind. Man könnte maximal 1 Minute Sicherheitsstopp machen. Bei einem realistischeren AMV in Panik von den „normalen“ 25 AMV gerechnet, geht einem nach 40 Sekunden bereits die Luft aus. Damit ist man dann mit Glück 8 Meter aufgestiegen und hängt ohne Luft auf 22 Meter Wassertiefe.

Eine Ponyflasche ermöglicht problemloses auftauchen, sogar mit Deko die man gemütlich abatmen kann je nach Grösse.

Eine Spare Air bietet weniger Sicherheit im Vergleich zu einer Ponyflasche und die beworbenen 30 Meter mit Notfall, würde ich nur mit Pony erleben wollen, nie mit einer Spare Air, wo kein sicherer kontrollierter Aufstieg möglich ist. Würde mir der Buddy eine Spare Air anbieten, würde ich eher sein Regler nehmen und hm die Spare Air anbieten. Aber dazu gibt es ja den Octo, der sogar auch hier, mehr Vorteile bietet, als die Spare Air.

Die Luft

Die Spare Air ist schnell mit der Handpumpe gefüllt. Kein Kompressor, sondern raus, aufpumpen und wieder rein. Yippi…

Ein kleiner aber wichtiges Detail ist, dass die Luft absolut trocken sein muss, da der Regler sonst extrem schnell gefrieren kann beim Tauchen. Natürlich sind in der Luft auch andere Bestandteile vorhanden, welche beim Tauchen nicht so optimal sein könnten. Neben Feuchtigkeit gibt es zum Beispiel noch Kohlenmonoxid, Kohlenstoffdioxid, Kohlenwasserstoffe, Methan, Öle oder Staub.

Feuchtigkeit filtert das Dry-Pac zu 80% raus. Ein Kompressor zu 100%. Macht auch Sinn. Ich möchte keine 20% Feuchtigkeit in der Flasche haben und die Gefahr laufen über ein vereister Automat.

Pumpen benötigen Fette und Öle. Auch die Spare Air Pumpe. Davon wird nichts gefiltert. Übelkeit beim Atmen kann die Folge sein. Nicht gerade optimal.

Kompressoren können zwar auch betroffen sein, aber einmal sauber hingestellt, kommt das Problem vom „schlechten Luft“ ansaugen nicht mehr vor, bei einer Handpumpe, wo man ggf. neben dem Auto pumpt, oder am Strand, oder der Badi oder oder oder… Wie ist die Luft dort? Bereits kleinste Mengen von Kohlenminoxid oder Kohlenwasserstoffe kann sehr schnell zu Bewusstlosigkeit ohne Vorwarnung führen. Oder nehmen wir Methan, wo man einfach unbemerkt verstickt.

Alles was, dass die Handpumpe nicht berücksichtigt, aber mehr Sicherheit bieten soll?

Gadget für Laien

Ausgebildete Taucher wissen, warum sie eine Ponyflasche mehr vertrauen. Auch wenn diese nicht bei jedem Tauchgang dabei ist und man dadurch wirklich zum Teil abhängig ist vom Buddy, so bietet die Spare Air nur weitere Risiken. Ich würde ein Taucher mit einer Spare Air hinterfragen, ob er wirklich schon ein guter Taucher ist und den Gefahren damit wirklich bewusst ist.

Für unausgebildete ist es klar ein Traum mal untertauchen zu können und unter Wasser atmen zu können. Leider beginnt damit das grösste Problem. Unausgebildete unter Wasser., kennen die Gefahren nicht. 1000 Mal geht es gut, möchtest Du der Eine sein?

Solche Gadgets sind für Laien interessant, aber sehr gefährlich. Die Spare Air bietet nicht mehr Sicherheit, sondern ist eine Idee, das Tauchen als günstig und wenig Equipment, super Easy und als Sicher zu verkaufen, viel Geld zu verdienen.

Die einzigen die von der Spare Air profitieren, ist die Firma dahinter. Taucher profitieren weder von mehr Sicherheit, noch einer Alternative zu richtiger Ausbildung und Equipment.

 

 

About Stefan

Ein männlicher IT Nerd, durchstöbert das Web nach speziellen Gadgets, unentbehrlicher Software und Alles was man im IT Sektor nicht verpassen darf. Immer hilfsbereit wenn Probleme zu lösen sind oder das Unmögliche umgesetzt werden sollte.

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