Über den Author / Internet / Virtualbox auf der Synology 1815+ installieren

Virtualbox auf der Synology 1815+ installieren

~4 Min. Lesezeit

Synology hat sich als NAS Anbieter ein Namen gemacht, doch die kleinen Wunderspeicher eignen sich für viel mehr und ersetzen heute kleinere IT Landschaften komplett. Ich zeige heute die Möglichkeit, jedes andere beliebige Betriebsystem als virtueller Server unter einer Synology zum laufen zu bekommen.
synology-1815+

Wir haben über Weihnachten die Synology 212+ gegen eine Synology 1815+ ersetzt. Hauptsächlich aus dem Grund des Speicherplatzes. Die neue Synology bringt mit einem Raid 6 so 18TB nutzbarer Speicherplatz auf die Waage gepaart mit 4x 1 GB/s Netzwerkanschlüssen (Bündelung). Auf der alten Synology lief noch die DSM 4.2, die neue 5.2 bietet aber rund die gleichen Eigenschaften aber ist aus meiner Sicht frischer aufgebaut.

Ich habe zusätzlich zu den normalen Paketquellen noch folgende aufgenommen:

  • http://spk.synologyitalia.com/
  • https://www.cphub.net/

Damit dies geht, muss man zuvor auf vertrauenswürdige Herausgeber umstellen:
Bild-20160105-005

Wobei nur Erstere wichtig ist für die Installation von Virtualbox auf der Synology oder jeden anderen Virtualisierungslösung. Denn sobald diese Paketquelle hinzugefügt wurde, kann man entweder einfach das Paket Virtualbox installieren und loslegen:
Bild-20160105-002

Oder man wählt die extravagante Variante mit einer Debian Chroot, welches auch als Paket zur Verfügung steht.
Bild-20160105-003

DSM 5.x oder kleiner
Bevor jedoch die Chroot gestartet wird, sollte man sich darum kümmern dass auch die Services der Chroot nach einem Reboot der Synology wieder gestartet werden. Dazu erstellt man die Datei /etc/init/debian.conf mit folgendem Inhalt:

# Services welche automatisch gestartet werden sollen in der chroot:
chroot /volume1/@appstore/debian-chroot/var/chroottarget/ /bin/bash -c "/etc/init.d/hwclock.sh start"
chroot /volume1/@appstore/debian-chroot/var/chroottarget/ /bin/bash -c "service rsyslogd restart"
chroot /volume1/@appstore/debian-chroot/var/chroottarget/ /bin/bash -c "service ssh restart"
chroot /volume1/@appstore/debian-chroot/var/chroottarget/ /bin/bash -c "service cron restart"
# Falls /volume1 auch in der chroot verfügbar sein sollte, mounten:
mkdir /volume1/@appstore/debian-chroot/var/chroottarget/volume1
mount --bind /volume1 /volume1/@appstore/debian-chroot/var/chroottarget/volume1

Für die Zukunft wird die DSM dann diese Dienste automatisch starten. Da wir kein reboot machen, müssen einige der Dienste anschliessend manuell gestartet werden.

Danach aktiviert man das Terminal der Synology, loggt ein und wechselt in die Chroot mit folgendem Befehl:

# Alle Dienste starten (ausser ssh, was noch nicht installiert ist)
start debian
# In chroot Umgebung wechseln
/var/packages/debian-chroot/scripts/start-stop-status chroot

Ab DSM 6.x
Bevor jedoch die Chroot gestartet wird, sollte man sich darum kümmern dass auch die Services der Chroot nach einem Reboot der Synology wieder gestartet werden. Dazu erstellt man die Datei /usr/syno/etc.defaults/rc.sysv/debian.sh mit folgendem Inhalt:

# Services welche automatisch gestartet werden sollen in der chroot:
chroot /volume1/@appstore/debian-chroot/var/chroottarget/ /bin/bash -c "/etc/init.d/hwclock.sh start"
chroot /volume1/@appstore/debian-chroot/var/chroottarget/ /bin/bash -c "service rsyslogd restart"
chroot /volume1/@appstore/debian-chroot/var/chroottarget/ /bin/bash -c "service ssh restart"
chroot /volume1/@appstore/debian-chroot/var/chroottarget/ /bin/bash -c "service cron restart"
# Falls /volume1 auch in der chroot verfügbar sein sollte, mounten:
mount -u /volume1 /volume1/@appstore/debian-chroot/var/chroottarget/volume1

Für die Zukunft wird die DSM dann diese Dienste automatisch starten. Da wir kein reboot machen, müssen einige der Dienste anschliessend manuell gestartet werden.

Danach aktiviert man das Terminal der Synology, loggt ein und wechselt in die Chroot mit folgendem Befehl:

# Alle Dienste starten (ausser ssh, was noch nicht installiert ist)
chmod 700 /usr/syno/etc.defaults/rc.sysv/debian.sh
/usr/syno/etc.defaults/rc.sysv/debian.sh
# In chroot Umgebung wechseln
/var/packages/debian-chroot/scripts/start-stop-status chroot

Anschliessend zum Start ein paar Installationen und Updates:

apt-get update && apt-get upgrade
apt-get install locales ssh
# Eigene Sprache wählen z.B. ch_DE
dpkg-reconfigure locales
# Zeitzone wählen
dpkg-reconfigure tzdata

Nun editieren wir noch die /etc/ssh/sshd_config und passen den Port an, damit dieser nicht 22 ist wie der von der Synology Console. Ist dies gemacht, muss SSH Server noch neugestartet werden:

service ssh start

Nun ist auch das Debian System bereit für welche Installationen auch immer vorgesehen sind, nun stehen den Möglichkeiten nichts mehr im Weg. Lieber VMWare anstelle Virtualbox? Ran an die Installation!

Ich nutze sowohl Virtualbox von Synology als Host für einen Windows 2008R2 Server, wie auch Debian als Hostsystem für viele weitere Anwendungen. Ich hatte als Vorsichtsmassnahme auch ein RAM Erweiterungsmodul installiert in der Synology, was sich bezüglich vServer definitiv lohnt.

Die 2te Paketquelle dient der einfachen Bootstrap Installation, welche ich jedoch nicht benötige und daher nicht vorgenommen habe. Aber dennoch würde ich die Paketquelle aufnehmen um die Pakete zu sehen für die Zukunft.

Bei Last tümpelt die CPU rund bei 30% rum, sonst bei 0%. Ram sind etwa 10% von DSM und Debian belastet und 30% von meinem vServer (fest zugewiesen).
Bild-20160105-004

Dadurch übernimmt meine Synology nun eine komplette Firmensystem. Windows Server, Linux Server, Dateiablage, Videoüberwachung und vieles mehr. Dies alles auf einem sicheren Raid 6 Festplattenverbund und sehr niedrigen Strombedarf.

Gibt es überhaupt noch Anforderungen, mit welchen eine Synology nicht fertig wird?
Was sind eure Wünsche, was auf einer Synology noch fehlt?

About Stefan

avatar
Ein männlicher IT Nerd, durchstöbert das Web nach speziellen Gadgets, unentbehrlicher Software und Alles was man im IT Sektor nicht verpassen darf.Immer hilfsbereit wenn Probleme zu lösen sind oder das Unmögliche umgesetzt werden sollte.

Weitere interessante Artikel

PHP Trojaner (Teil 4: Codierte Uploader Infektion)

~2 Min. LesezeitNicht jeder PHP Trojaner kann auf den ersten Blick identifiziert werden, was der …

PHP Trojaner (Teil 3: Spamsender Infektion)

~1 Min. LesezeitSpam ist ein grosses Problem der heutigen Zeit, doch wer verschickt Spam und …

4 Kommentare

  1. avatar
    Guenther Schmitz

    hi Stefan,
    sehr interessanter Artikel! ich virtualisiere derzeit auf einem fitPC3 .. funktioniert auch aber hat den Nachteil dass es nicht redundant ausgelegt ist.

    Auf der Synology-Seite habe ich keine Hinweise darauf gefunden welche NAS Virtualbox unterstützen/können .. kannst du sagen was dafür die Voraussetzungen sind? ich vermute einfach mal ein x86 Prozessor .. oder?

    Du schreibst von einem „sehr niedriger Strombedarf“. Kannst du (unter der Angabe der installierten Festplatten) den Stromverbrauch beziffern?

    Grüße
    Guenther

  2. avatar

    wollte virtualbox installieren, geht nicht weil nicht kompatibel mit DSM 6.1.
    Schade.
    Gruss

  3. avatar

    Jedoch, ich habe dies unter DSM 6.0 vorgenommen und danach die Synology auf DSM 6.1 aktualisiert. Danach hatte ich keine Probleme.
    Schau ich mir in den nächsten Tagen an, da ich gerade wieder eine neue Synology mit DSM 6.1 installieren muss.

  4. avatar

    Synology hat dies nicht angedacht für eine Virtualisierung in dem Stil. Synology bietet Docker.
    Alles andere muss selbst über Linux installiert werden und wird nicht als „Standard App“ angeboten.

    Daher wird dies auch nicht auf offizieller Seite genannt.

    Zum Strom: Als Beispiel eine DS214 mit einer Platte zwischen 11-17 Watt. Eine DS1815 mit 8 HDs etwa auf 46 Watt.
    Ein durchschnittlicher PC benötigt 200W. Dabei verdoppeln gute Grafikkarten schnell die Zahl. So als Vergleich..

    Also 4x DS1815 oder 1x normaler BüroPCs verbrauchen etwa gleich viel Strom.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

eMail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.