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Exchange Alternativen

~5 Min. Lesezeit

Microsoft Exchange ist nicht nur eine Mailplattform, wird aber von vielen Personen vorzugsweise dafür benutzt. Eigentlich ist der Exchange ein Collaboration Tool, mit dem ganze Gruppen & Ressourcen untereinander planen und kommunizieren können.

Leider kann sich nicht Jeder eine MS Exchange Umgebung leisten, oder hat andere Gründe für eine Alternative.

Mein Bewegungsgrund ist klar, ich möchte gerne die Features von MS Exchange (Mail, Kalender und Kontakte) nutzen, jedoch soll dies unter Linux betrieben werden. Wenn möglich sollte dies zusammen mit Confixx betrieben werden.

Dazu gibt es viele viele verschiedene Lösungen, ich möchte aber nur die bekanntesten und versprechendsten Lösungen ansprechen/austesten.

Zum Testen richtete ich mir eine VM Ware mit Debian (Direktlink zu Netzwerk Installations CD: x86) ein. Sobald das Grundsystem läuft, richte ich noch meine Grundpackete ein

apt-get install mc nload iftop ssh gcc gzip

und der Server ist bereit. Das erstellte VM Image dient mir nun als Grundlage für die weiteren Tests (auf Anfrage stelle ich das VM Image zur Verfügung).


Web ExchangeMicrosoft Exchange
wegen der Vollständigkeit möchte ich auch das MS Produkt erwähnen.
Microsoft Exchange ist innerhalb von den meisten Firmen das Standard Produkt, welches viele Features für andere Programme vorgibt und als „Golden Standard“ genommen wird.
In meinen Augen hat Exchange aber auch ein paar gravierende Negativpunkte auf der Skala.

Wie gesagt, da Exchange das Mass der Dinge ist, erwähne ich nur die negativen Punkte:

  • Funktionsumfang vom WebExchange ist gravierend anders je nach Browser, so kann man unter dem Internet Explorer alles auf voll dynamisch erledigen, unter Firefox nur noch gewisse Dinge.
  • Programm läuft nur auf Windows, keine Linux Version verfügbar.
  • Programm ist sehr teuer für kleinere Personenanzahl

keriomailserverKerio Mail Server
Diese Lösung bietet am meisten Komfort und verzichtet auf viel Schnick-Schnack. Sehr einfach zu administrieren, performant und gute integrierte Viren- / Spamschutzfilter, welche über mehrere Levels gehen.

Das ganze basiert auf AJAX Technologie und wird für Windows wie Linux Server angeboten.

Die Installation ist sehr einfach und kommt in 2 Debianpacketen daher. So hat man mit 6 Befehlen schnell mal den kompletten Kerio mit allen Abhängigkeiten installiert und lauffähig:

dpkg -i kerio-kms_*_all.deb
dpkg -i kerio-kms-admin_6*_all.deb
apt-get -f install
cd *.key /opt/kerio/mailserver/license/
/etc/init.d/keriomailserver start

Diese Lösung ist viel billiger als MS Exchange und bietet gleichermassen Funktionsumfang in meinen Augen. Die Installation ist sehr einfach und die Performance ist sehr schnell. Auch bietet der Server diverse Plugins an, um mit Outlook oder mobilen Geräten zu synchonsieren.
Leider kann man die Webseite vom Kerio Mailserver nicht in den Apacke integrieren, sondern muss eine „eigene IP“ bereitstellen. Dies ist ein wenig umständlich und in meinen Augen ein Übel.

Zusätzlich ist dies eine kostenpflichtige Software, immer noch ein wenig zu teuer für Privatpersonen, warum ich noch die „OpenSource“ Brüder anschauen und austesten möchte.


open-xchangeOpen-Xchange
Mein erster Kandidat ist der Open-Xchange, welcher unter GPL entwickelt wird und kostenlos als Download bereitgestellt wird.
Die Installationsanleistung für Debian5 existiert (Link).
Leider findet man diese Anleitung nur auf den 2ten Blick. Offiziell wird nur ein Debian4 Installationsanleitung auf der Webseite angeboten. Ändert man in der URL eigenhändig den Teil „Debian4“ auf „Debian5“ gelangt man zur neuen Anleitung. Ich habe den korrigierten Link oben verlinkt.

Die Performance von der Demo Seite ist nicht gerade die Beste und das Drum-Herum ist mir ein wenig zu viel. Trotzdem teste ich die Software auf meinem Testserver, um ein abschliessenden Bericht zu verfassen, ob die Performance gegebenenfalls an einem überlasteten Server liegt. Wenn ich auf alle Seiten warten muss beim Klicken, nervt mich dies recht schnell.

Die Installation hat ein paar Stolpersteine, zum Ersten wird am Anfang ja MySQL installiert, falls man es noch nicht hat. Dabei muss man darauf achten, dass der User root (MySQL User) kein Passwort gesetzt hat (wie in der Anleitung sehr kleinlich erwähnt), sonst laufen alle Installationsscripte von Open-Xchange nicht richtig, dies wird man erst am Ende beim Starten des Service bemerken, wenn man diverse Database Errors hat. Leider wird man beim installieren 8 Mal aufgefordert das besagte Password zu ändern und muss dies jedes Mal ablehnen.

Ist alles durch, darf man endlich dem MySQL root User wierder ein Password geben. Die Performance der Seite ist trotzdem nicht besser geworden. Zudem wird Open-Xchange nicht mit einem Mailserver ausgeliefert, sondern ist eher eine Art Programm um sich mit POP3 oder IMAP Konten zu verbinden, also ein Frontend. Sicher ein nützliches Tool für Personen welche auf fremde Mailserver zugreiffen wollen. Sicher würde diese Lösung tadellos mit dem Confixx zusammenarbeiten, ob ich jedoch die problematische Installation auf einem produktiven Server vornehmen möchte und gegebenenfalls in Probleme renne, halten mich davon ab.

Leider werden die wirklich interessanten Funktionen (Synchonisation mit mobilen Endgeräten) auch nur kostenpflichtig angeboten.
Für Privatpersonen, welche ein schönes Frontend wollen und einen Bastelserver betreiben sicherlich eine gute Alternative, sollange man auf die kostenpflichtigen Addons verzichten kann.


zimbraZimbra
Zimbra ist eine der grössten Konkurrenten von MS Exchange aus dem Open Source Markt. Viele Firmen setzen auch auf diesen Mailserver, da er am besten MS Exchange wiederspiegelt und sogar mit einem MS Exchange Server zusammenarbeiten / synchronisiert werden kann. An einer serversetigen MAPI Schnittstelle arbeiten die Entwickler im Moment und so wird dies sicherlich ein Produkt für die Zukunft sein.

Für die Installation steht ein Debian Packet zur Verfügung unter folgendem Link.

Die Installation ist sehr einfach und der Server schnell konfiguriert. Leider sind viele Addons (z.B. zum Synchronisieren mit mobilen Endgeräten) auch da nur über kostenpflichtige Lizenzen erhältlich. Da dies heute fast jeder möchte, ist auch diese Lösung nicht ganz kostenlos.


Zu den Weiteren Lösungen möchte ich nicht viele Worte verlieren. Die bieten wie Zimbra mehr oder weniger die gleichen Features und haben alle die nachteile, das gewisse Teile nur gegen Gebühr erhältlich sind. Ich erwähne sie jedoch auch wieder wegen der Vollständigkeit:


zarafaZarafaZarafa wird unter der Open Source Lizenz AGPLv3 angeboten. Eine Installation auf Debian ist aber problemlos möglich. Mit Hilfe von Z-Push kann dieser Server sich problemlos mit ActiveSync und Blackberry verständigen, was zum Standardausführung gehört.

Eine der umfangreichten Lösungen, aber nur für RedHat im produktiven Umfeld empfohlen.
 


scalixScalix
Beim Scalix merkt man fast nicht, das kein Exchange im Hintergrund aktiv ist, alle Features wurden fast 1:1 implementiert, leider stehen auch da viele Features nur mit kostenpflichtigen Lizenzen zur Verfügung.

 


Mein Fazit: Es gibt viele Exchange Alternativen. Wenn man jedoch die Open Source Brüder mal genauer ansieht, dann merkt man schnell, das man um Zusatzkosten nicht herumkommt.
Für Firmen wird daher der Microsoft Exchange weiterhin die erste Wahl sein. Für Privatpersonen welche aud die synchonisierung mit mobilen Endgeräten verzichten können, bietet Open-Xchange viele Funktionen. Will man die Synchronisierung und auch andere viele Features, so empfehle ich Kerio Mailserver.
Nötigenfalls hat man dann Unterstützung zum beheeben von Problemen und die Software eignet sich Bestens für den produktiven Einsatz!

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Ein männlicher IT Nerd, durchstöbert das Web nach speziellen Gadgets, unentbehrlicher Software und Alles was man im IT Sektor nicht verpassen darf.Immer hilfsbereit wenn Probleme zu lösen sind oder das Unmögliche umgesetzt werden sollte.

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5 Kommentare

  1. avatar

    Netter Bericht, jedoch leider etwas oberflächlich. Es gibt natürlich viele Projekte die behaupten Exchange alternativen zu sein, die wenigsten sind es. Das liegt meistens an der Architektur. Ein ‚Groupware-Server‘ der z.B. Einen imap-Server als Grundlage hat, wird _nie_ exchange Funktionalitäten implementieren. Auch ist die Frage wie der Server sich mit mehr als 5 Benutzern verhält. Du hattest ja schon mit 1 ‚Performanceprobleme‘.
    Des weiteren ist mir ein Rätsel warum Zarafa nur mit Redhat gut laufen soll??! Z-Push steht immerhin mit drin, der wichtigsten Punk aber nicht: Zarafa mit Z-push ist die einzige frei verfügbare Lösung um völlig kostenfrei zu Push auf einem Handy zu kommen. Also inkl. Terminen und Kontakten. Am Anfang des Artikels schien das ja wichtig, am Ende nicht mehr…

    Viele Grüsse, Sebastian

  2. avatar

    Hoi Sebastian

    Besten Dank für deinen Kommentar.

    Zarafa ist tatsächlich eine sehr umfängliche Lösung, auf der Webseite wird jedoch klar ausgewiesen das nur RedHat für Prod empfohlen wird. Ich hate die Lösung problemlos auf Debian installiert und zum laufen gebracht. Meiner Meinung ist dies kleine Hürde.

    Ich suchte jedoch nach einer Lösung welche am Besten mit Confixx zusammenarbeitet. Confixx hat ein integriertes Mailsystem, daher ist es meiner Meinung am sinnvollten was ich angemerkt habe. Da ich eine eigene Groupware unterhalte, legte ich klar mein Augenmerk auf Mail und Sync Funktionalität.

    Als Groupware als Solches mit Exchangefunktionalität würde ich klar Zarafa oder Zimbra empfehlen!

  3. avatar

    Hallo Stefan,

    ich würde mich sehr freuen wenn du hier in deinem tollen Blog ein HOW-TO für Zarafa + z-push
    mit externen POP/IMAP und SMTP veröffentlichen könntest.

    Dann könnte man doch Confixx mit Exchange betreiben auf einer Maschiene oder?

    Gruß Jan

  4. avatar

    Klar kann man beides auf einem Server betreiben, was keinerlei Probleme darstellt.

    Leider habe ich momentan zu wenig Zeit um ein solches Manual (was doch aufwändig werden kann) zu erstellen und kein Testserver dazu. Mailserver möchte ich eben nicht auf irgendeiner VM testen, da Mailversand und Empfang doch sensibel ist.

    Ich werde deshalb warten bis ich das nächste Mal ein Testserver in einem RZ zu Verfügung habe und dies dann erledigen kann.

  5. avatar

    Wieso wird hier nicht noch die SOGo Variante erklärt? Soviel ich weiss ist SOGo der einzige der CalDAV und CardDav gleichzeitig zur Verfügung stellt. Bei allen anderen fehlt jeweils irgend eine Schittstelle. Sogo vereint alle schittstellen kostenlos und ohne Lizenzen zusammen.
    Das sollte hier zumindest angesprochen werden. 😉
    Ansonsten ist der Bericht nicht schlecht.

    Gruss Mike

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